Loki Miller

Patientin: Loki Miller
Erstdiagnose: Verdacht auf SCHREIBEN
Symptome: blühende Fantasie und zwanghaftes Geschichten erzählen, schreibt Romance und liest je nach Stimmungslage Fantasy, Romance oder Thriller
Aktenvermerk: PATIENTIN DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe SCHREIBEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Loki Miller und Lord Autoris schweigend gegenüber. Schließlich hält es die Patientin nicht länger aus und ergreift das Wort:

Loki Miller - Schreiben

Loki Miller: Ich habe SCHREIBEN

Lord Autoris nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Nervös. Sowas gibt man ja in den seltensten Fällen gerne öffentlich zu. Was werden wohl die Nachbarn von mir denken …?

2. Wann und wie hast du dich mit SCHREIBEN infiziert?

Den Virus habe ich schon immer in mir getragen. Es existiert sogar ein Beweisfoto wie ich im zarten Alter von fünf Jahren am Schreibtisch meines Vaters sitze und die ersten Buchstaben zu Papier bringe.

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

Eindeutig meine Freunde. Die bekommen mich dann manchmal wochenlang nicht zu Gesicht, wenn ich mitten in einer kreativen Phase stecke. Glücklicherweise können sie aber damit umgehen und geben mich nie auf. Sobald ich wieder ansprechbar bin holen wir dann alles nach.

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Gerade letztes Wochenende habe ich mich mit einigen Leidensgenossen in Frankfurt getroffen. Normalerweise sind wir Süchtigen ja eher anonym im Netz unterwegs. Für mich habe ich das Portal „Schreibnacht.de“ entdeckt. Dort kann man als Autor ungehemmt seiner Leidenschaft folgen, Kontakte knüpfen und sich sogenannte „Word Wars“ liefern. Meine Betreuerin empfahl mir eines Tages den Schritt hin zu einem „Real-Life-Treffen“ zu wagen. Das war genau Richtig. Allerdings glaube ich, dass der Kellner in dem Lokal mit knapp fünfzig Schreibinfizierten ein wenig überfordert war …

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Dieses Jahr fand ich es besonders clever als normaler Leser getarnt sonntags zur Frankfurter Buchmesse zu gehen. Im Nachhinein betrachtet war es eher eine blöde Idee. In diesen Momenten wird einem erst bewusst, wie viele Infizierte es überhaupt gibt! Es waren so viele, dass die Gänge teilweise unpassierbar waren und ich dadurch unabsichtlich mitten in die Autogrammstunde von Jennifer Esteep gedrängt wurde. Was tun? Man schnappt sich ihr Buch vom nächstbesten Stapel, hält es ihr nett grinsend unter die Nase und tut so als ob alles absichtlich passiert wäre. Bestimmt hatte sie mich durchschaut, aber verpetzt hat sie mich nicht. Schreibsüchtige halten eben zusammen!

Lord Autoris unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in seine Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann er sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Samantha Young erschafft absolut traumhafte männliche Charaktere. Da wäre ich gerne einmal der weibliche Gegenpart.

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Das wären dann ja jeweils ein Männlein und ein Weiblein. Falls ich da noch leben sollte auf jeden Fall natürlich ich selbst! Da siegt der Überlebensinstinkt. :)
Ansonsten meine zwei „Vorbilder“ – Ken Follet und J.K. Rowling. Er schreibt so spannend, komplex und mit so vielen Wendungen, dass man einfach nicht aufhören kann zu lesen. Und sie hat es mit Harry Potter geschafft eine ganze Generation zu prägen. Dieses Vermächtnis muss auf jeden Fall erhalten bleiben.

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Oh, ich hätte mir wohl zuerst die Fragen durchlesen sollen. xD
Das wird dann Daniel. Seit 16 Jahren ist er nun schon mein bester Freund und der Einzige mit dem ich sogar Essen teile!
Am Fenster sitze ich, weil er sowieso lieber am Gang sitzt.

Aber das ist Zukunftsmusik. Lord Autoris verdeckt die Kristallkugel und blickt die Patientin ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

Vom Regen in die Traufe und wieder zurück.
René Zellweger hat mir als „Bridget Jones“ super gefallen. Da ich mindestens genauso gerne in Fettnäpfchen trete, würde das ganz gut passen.

10. Die Welt weiß nun, dass du SCHREIBEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Eine Sucht kommt selten allein. Und wenn ich gerade dabei bin, kann ich ja auch noch zu der nächsten stehen: KAFFEE!
Morgens bin ich nicht ansprechbar, am Wochenende läuft Fußball Bundesliga, Serienjunkie, Modeberaterin (nur für andere, bei mir selbst versage ich konsequent) und wenn ich nicht im Schreibwahn bin, bin ich sogar ziemlich gesellig.

Lord Autoris bedankt sich für das Gespräch und bittet die Patientin zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als die Patientin den Raum verlassen hat, schließt er die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

INFIZIERT – Heilung ausgeschlossen!

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Herzlich willkommen in der Klinik von Lord Autoris. Falls du SCHREIBEN hast, kannst du dich hier frei bewegen. Für alle anderen gilt: höchste Ansteckungsgefahr!

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