Angela Kirchner

Patientin: Angela Kirchner
Erstdiagnose: Verdacht auf SCHREIBEN
Symptome: blühende Fantasie und zwanghaftes Geschichten erzählen,
schreibt vorzugsweise Kinder-/Jugendbücher, liest gern Jugendbücher und in der Erwachsenen-Belletristik Fantasy/Gothic/Steampunk
Aktenvermerk: PATIENTIN DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe SCHREIBEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Angela Kirchner und Lord Autoris schweigend gegenüber. Schließlich hält es die Patientin nicht länger aus und ergreift das Wort:

Angela Kirchner

Angela Kirchner: Ich habe SCHREIBEN

Lord Autoris nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Erschrocken. Und ein klein bisschen erleichtert. Aber vor allem erschrocken, denn bisher konnte ich es ganz gut geheim halten. Jetzt ist es draußen und geistert ohne mich in der Welt umher.

2. Wann und wie hast du dich mit SCHREIBEN infiziert?

Mit etwa 13 Jahren. Ich musste damals eine Auftragsarbeit für eine gute Freundin erledigen: Schreib eine Fanfiction über unsere allerliebste Boyband. Hab ich getan, und war sofort infiziert.

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

Ganz unterschiedlich. Manche demütig, andere rollen mit den Augen, wieder andere sind total begeistert und unterstützen mich in jeder einzelnen Situation.
Am meisten leiden muss wohl mein Mann. Ich glaube, der hat unsere DVD-Sammlung schon zweimal alleine durchgearbeitet …

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Ja, Gott sei Dank! Ohne die kompetente Unterstützung von Mitleidenden und Behandelnden würde ich in einem Buchstabenmeer ertrinken. Egal ob Selfpublisher oder Verlagsautoren, ich habe die perfekten MitstreiterInnen und –kämpferInnen gefunden!

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Klar, mehrfach. Als gelernte Buchhändlerin schon auf beiden. Ich liebe es, durch die Gänge zu stromern und alles in mich aufzusaugen. Am liebsten bin ich mit Gleichgesinnten unterwegs. Besonders spannend finde ich immer die Cosplayer.

Lord Autoris unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in seine Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann er sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Bitte nicht die Tribute von Panem oder Mazerunner!
Also wenn ich mir etwas aussuchen könnte, wäre das vielleicht Eoin Colfers „Artemis Fowl“-Reihe oder Jonathan Howards „Johannes Cabal“. Ich mag die etwas gestörten Antihelden total gern.

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Puh, das ist schwer. Ich kann ja kaum ‚Ich und mein Alter Ego‘ sagen. Also picke ich mir mal Cassandra Clare und J. K. Rowling heraus. Oder John Green und Jonathan Stroud? Derek Landy und Eoin Colfer? Kristin Cashore und David Mitchell? Don Winslow und …?
Ich geb auf.

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Meinen Mann, und er hat meinen Sohn unter dem Pullover versteckt (der ist noch ganz klein, das geht!). Er sitzt am Fenster, damit niemand bemerkt, dass wir zu dritt sind.

Aber das ist Zukunftsmusik. Lord Autoris verdeckt die Kristallkugel und blickt die Patientin ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

Auf und nieder, immer wieder
Idealbesetzung wäre irgendeine unfassbar hübsche, erschreckend intelligente und mit Superkräften ausgestattete gefärbte Blondine.

10. Die Welt weiß nun, dass du SCHREIBEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Ich hab eigentlich auch Lesen. Nennt man das dann Bigamie? Wahrscheinlich nicht.
Und ich mag Hunde.

Lord Autoris bedankt sich für das Gespräch und bittet die Patientin zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als die Patientin den Raum verlassen hat, schließt er die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

INFIZIERT – Heilung ausgeschlossen!

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Herzlich willkommen in der Klinik von Lord Autoris. Falls du SCHREIBEN hast, kannst du dich hier frei bewegen. Für alle anderen gilt: höchste Ansteckungsgefahr!

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