Adriana Popescu

Patientin: Adriana Popescu
Erstdiagnose: Verdacht auf SCHREIBEN
Symptome: blühende Fantasie und zwanghaftes Geschichten erzählen,
schreibt und liest, vorzugsweise Liebesromane und Jugendbücher
Aktenvermerk: PATIENTIN DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe SCHREIBEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Adriana und Lord Autoris schweigend gegenüber. Schließlich hält es die Patientin nicht länger aus und ergreift das Wort:

Adriana Popescu - SCHREIBEN

Adriana Popescu: Ich habe SCHREIBEN

Lord Autoris nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Erleichtert. Es ist schließlich nicht leicht im Alltag vorzutäuschen völlig normal zu sein. Die meisten meiner Freunde leiden ja eher an Lesen als an Schreiben. Das macht mich zu ihrem Dealer. Das ist schon ziemlich anstrengend. Man traut schließlich keinem Autor. Gut, würde ich auch nicht, aber ich bin ganz harmlos. Meistens. Ehrlich.

2. Wann und wie hast du dich mit SCHREIBEN infiziert?

Das passierte sehr früh und völlig ahnungslos. Ich habe mit 12 von meiner Mutter eine Schreibmaschine bekommen. Also habe ich angefangen die Geschichten aus meinem Kopf auf Papier zu bringen. Natürlich hielt ich das damals noch für heilbar. Bis die Leute mehr verlangten und ich 1993 meine erste Take That-Fanfiction geschrieben habe. Ja, Anna Todd, Take That ist das One Direction der 90er. Und es gibt sie immer noch!
Das Schreiben (und meine Liebe für Take That) hielt ich für eine vorübergehende Phase.
Ich habe mich in meinem ganzen Leben noch nie so getäuscht. Ich nehme an, es ist unheilbar.

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

Inzwischen haben sich fast alle daran gewöhnt, dass sie oder ihre Erlebnisse in der ein oder anderen Art in meinen Roman vorkommen. Meine Familie ist sogar ziemlich stolz darauf. Meine Mutter wollte mich nur kurzzeitig enterben, als sie die deutlichen Parallelen zu Pippas Mama in „Versehentlich verliebt“ entdeckt hat. Aber sowohl Freunde als auch Familie erzählen mir dennoch alles und vertrauen darauf, dass ich Orte und Namen verändere – ha! Ich denke aber, dass mein Freund am meisten leiden muss. Er muss mir schließlich die ganzen Buchaffären verzeihen. Natürliche kehre ich nach dem Wort „Ende“ jedes Mal zu ihm zurück.

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Wer mich kennt, der weiß, dass Anne Freytag aka Ally Taylor und ich eine eigene kleine Betty-Ford-Klinik der Autoren gegründet haben. Und das ist auch gut so, sonst würden wir vermutlich ganz verwirrt durch Stuttgart bzw. München irren und nicht wissen wohin mit den ganzen Ideen. Es tut schon gut, sich ab und an mit Mitinifzierten auszutauschen. Man kommt sich weniger durchgeknallt vor.
Nein. Warte. Das nehme ich zurück. Komme mir immer durchgeknallt vor.

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Ich war letztes Jahr zum ersten Mal in Frankfurt auf der Buchmesse und fand es zauberhaft. Das war alles sehr spontan, als Anne und ich am Piper-Stand auf ein Mini-Meet-and-Greet luden und tatsächlich Leser kamen, war das wirklich großartig. Ich treffe doch so gerne Leser. Dieses Jahr war ich von Freitag bis Sonntag am Start. Es war der absolute Hammer und ein unvergesslicher Lieblingsmoment. Und so Gott will, werde ich auch in Leipzig sein. Zum ersten Mal und ich habe keine Ahnung, was mich erwarten wird.

Lord Autoris unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in seine Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann er sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Kann das bitte die Biographie von Benedict Cumberbatch sein? Bitte?! Nein? Okay. Hm. Ich denke, ich nehme „The perks of being a wallflower“. Es ist am absolutes (!) Lieblingsbuch. Ich liebe, liebe, liebe diesen Roman. Im Notfall schlage ich mich natürlich auch als Arwen durch Mittelerde, daran soll es bitte nicht scheitern. Oder gehe mit Harry & co. nach Huffleclaw oder Ravendor … die Reihe muss ich wohl noch mal lesen.

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

2163 bin ich ja gerade mal 29! Das ist ja eine schreckliche Vorstellung! Ich rette, ganz uneigennützig versteht sich, Anne Freytag. Ich denke, dann wird es schon schwerer. Tolkien ist ja 2015 schon nicht mehr da, 2163 ist es also deutlich zu spät. Frau Rowling vielleicht? Sie macht einen ganzen lieben Eindruck und mit ihr könnte man sicher gut Kekse essen und Tee trinken, dabei zwei, drei Buchideen schmieden. Das wäre doch was. Sir Arthur Conan Doyle kann ja nicht mehr mitnehmen, oder? Stephen Chbosky, wenn er mir verspricht endlich wieder ein Buch zu schreiben!
Ach immer diese Fragen!!!

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Ich nehmen meinen liebsten Admin und Mann mit, also meinen. Ich biete ihm den Platz am Fenster an, aber er wird ihn nicht annehmen und mich dort sitzen lassen. Ich kenne ihn zu gut. Aber unter keinen (!) Umständen Wasser auf dem Mars trinken. Oder berühren. Oder anfassen! Ein wohlgemeinter Tipp eines Whovians. Fragt nicht nach, vertraut mir einfach!

Aber das ist Zukunftsmusik. Lord Autoris verdeckt die Kristallkugel und blickt die Patientin ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

„We’re all stories in the end. She made it a good one, eh?“
Und gespielt werde ich von Natalie Portman. Das gehört sich so. Immerhin sind wir verwandt. Also. Bestimmt. Irgendwie. Das muss so sein.
Kann Mr. Cumberbatch vielleicht auch eine Rolle … ? Okay okay okay. Ich bin ja schon still.

10. Die Welt weiß nun, dass du SCHREIBEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Ich bin Jedi-Ritter, Sherlockian und Whovian. Ich liebe Stuttgart, trinke zu viel Cola, esse zu viel ungesundes Essen, rede in Film- oder Buchzitaten, weine bei traurigen Werbungen für Hundefutter, sammele Postkarten und fühle mich am wohlsten im Kreise meiner Liebsten und gutem Essen. Mein Herz habe ich an Italien verloren. Und an Musik. Und an tolle Filme. Mein Herz ist eine Tardis, es ist innen viel größer als außen.

Lord Autoris bedankt sich für das Gespräch und bittet die Patientin zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als die Patientin den Raum verlassen hat, schließt er die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

INFIZIERT – Heilung ausgeschlossen!

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